Der frisch-brühendheisse Mokka, den der Figaro regelmäßig von seinen sizilianischen Verwandten zu allen möglichen Anlässen in kleinen Säckchen geschenkt bekam, konnte zwar ihr Herz erwärmen - allerdings nur solange sie den zartbitteren Geschmack auf ihren so benätzten Lippen genoss. Langsam strich sie mit ihrer Zungenspitze über das satte Rot (eine unbeabsichtigte Gabe, mit der sie regelmäßig Männer in ihrer Umgebung irritierte), tupfte vorsichtig mit dem Rücken ihres Zeigefingers nach, und blickte gelangweilt, nahezu verächtlich auf den schwarzen Steinboden, der mit H's letzten Spuren übersät war. Besonnen und elegant, wie es ihre Art war, stand sie auf, warf einen letzten Blick in den ovalen Spiegel, glättete ihren eng anliegenden Rock zurecht und stieg auf den Spitzen ihrer schwarzen Gucci-Schuhe vorsichtig zwischen den Erinnerungen ihrer Vergangenheit hindurch. "Was bin ich schuldig?" hörte ich noch, bevor ihre Stimme schlagartig in dem lästigen Rauschen verschwand, das mir der Fön rücksichtslos ins Ohr brüllte.
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